Mit vollem Einsatz für das Moorglöckchen

05.03.2025 - Bad König - Kimbach

Manche Arten brauchen etwas mehr Zuwendung. Das Moorglöckchen bei Kimbach ist so ein alter Odenwälder, der durch gezielte und durchaus filigrane Maßnahmen vom Aussterben bewahrt werden soll. Schon vor Jahren wurde der letzte Wuchsort durch die Tätigkeit von Kreisausschuss und NZO gesichert. Jetzt gilt es den guten Zustand zu erhalten, weswegen wir in Ergänzung zur normalen Mahd im Frühjahr zur Feinarbeit mit dem Freischneider gemeinsam mit unseren Akteuren des NZO-Kimbach ausgerückt sind.

Ein alt bekannter Odenwälder?

Das Moorglöckchen bei Bad König und Vielbrunn war an der Stelle des heutigen Vorkommens schon den Botanikern des 19. Jahrhunderts als botanische Besonderheit aufgefallen, wurde aber erst Ende des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt.

Besonders & selten

Die Art ist in ganz Deutschland extrem selten und gilt als „Hessenart“, die gemäß der Hessischen Biodiversitätsstrategie besonderer Aufmerksamkeit bedarf. Sie benötigt magere Feuchtstandorte, wo sie zwischen Binsen, im Moos oder auf Rohboden gut gedeiht. 

Die Art bildet zudem eine langlebige Samenbank, aus der sich innerhalb weniger Monate blühende Pflanzen regenerieren lassen – geeignete Maßnahmen vorausgesetzt! Sie ist oft auch mit anderen Spezialisten aus der alten Flora vergesellschaftet, die von den Maßnahmen dann gleichfalls profitieren. Von Kimbach aus wurden auch neue Wuchsorte mit sicherer Wasserverfügbarkeit angelegt. Diese entwickeln sich überwiegend gut bis sehr gut, während der Originalstandort unter zeitweiliger Wasserarmut leidet.

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