Gemeinsam für Artenvielfalt & Kulturlandschaft am Breuberg: Pflegeinsatz auf wertvollen Hangflächen 

25.09.2026 - Breuberg

Im Rahmen eines gemeinsamen Aktionstages arbeiteten wir am 25.09.2026 mit engagierten Unterstützern des Bauhof Breubergs, sowie ehrenamtlicher Helfer, an den Hangflächen unterhalb der Burg Breuberg, um diese von aufkommendem Gehölzaufwuchs und insbesondere von stark wuchernden Brombeeren zu befreien.

Die Maßnahme fand sowohl auf einer kommunalen Fläche als auch auf einem Grundstück des NABU statt und zeigte, wie erfolgreiche Naturschutzarbeit durch Kooperation der unterschiedlichen Paritäten gelingen kann. Gemeinsam wurden wichtige Bereiche zwischen Streuobst und Trockenmauer gepflegt und somit ein Beitrag zum Erhalt dieser besonderen Lebensräume geleistet.

Die Hänge des Breubergs

Die steilen, sonnigen Hanglagen unterhalb der Burg Breuberg gehören aus ökologischer Sicht zu den besonders wertvollen Bereichen des Kreises. Das Zusammenspiel aus Streuobstwiesen mit Hoch- und Halbstämmen sowie offene Wiesenflächen und Feldgehölzen schaffen gute Jagdreviere für Fledermäuse und bieten vielen Vogelarten eine Brut- und Nahrungsstätte. 

Brombeeren als Gefahr?

Ohne regelmäßige Pflege breiten sich Brombeeren und andere Gehölze rasch aus. Die dichten Bestände beschatten dann die krautreiche Vegetation, verdrängen lichtliebende Pflanzenarten und führen nach und nach zu einer Veränderung der Artenzusammensetzung. Insbesondere für Insekten, Reptilien und wärmeliebende Pflanzenarten verschlechtern sich die Lebensbedingungen.

Freiliegende Trockenmauern als wichtiger Lebensraum:

Trockenmauern und Felsvorsprünge sind nicht nur wichtige Trittsteinbiotope innerhalb der Kulturlandschaft, sondern bieten Reptilien auch sonnige Verstecke und Überwinterungsplätze. Zudem sind sie Lebensraum für Wildbienen und in den Nischen finden sich Moose, Flechte und Farne wieder. Werden die Mauern von Brombeeren überwachsen, verlieren sie ihre Funktion als Wärme- und Strukturstandort. Die Wurzeln können außerdem langfristig die Stabilität der Mauern beeinträchtigen. Eine Freihaltung trägt daher sowohl zum Erhalt der historischen Kulturlandschaft als auch zum Schutz der Biodiversität bei.

Gemeinsame Perspektiven für zukünftige Projekte: Lebensräume aufwerten

Neben dem praktischen Arbeitseinsatz bot die Aktion auch Gelegenheit zum fachlichen Austausch. So ergaben sich erste Überlegungen die Flächen künftig noch gezielter ökologisch aufzuwerten. Denkbar wäre dabei die Übertragung von Mahdgut artenreicher Spenderflächen auf geeignete Entwicklungsflächen am Hang. Dabei werden die im Mahdgut enthaltenen Samen heimischer Pflanzenarten bspw. als Ballen gepresst oder als lose Heuwerbung auf die geeignete Spenderfläche gebracht und somit gezielt deren Wiederansiedlung unterstützt. 

Förderung des Aktionstages

Der Aktionstag ist Teil des Vorhabens "Ein Landschaftspflegepaket – Monitoring, Umsetzung und Vermittlung von Landschaftspflegemaßnahmen in charakteristischen Lebensräumen des Odenwaldkreises" und wird mit Mitteln des Bundes und des Landes aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) im Rahmen des Regionalbudgets 2026 der Interessengemeinschaft Odenwald e.V. gefördert.

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